Der Klassenfeind
Das Kapital als Klassengegner des Proletariats

Der natürliche Gegner des Proletariats im täglichen Ringen um den Preis der Ware Arbeitskraft, also den Lohn, ist das Kapital und damit die Klasse der Eigentümer der Produktionsmittel. Auch wenn diesen infolge der gesteigerten Komplexität der kapitalistischen Produktion die aus dieser ausgegliederten Dienstleister, soweit sie sich für ihre Aufgaben der Arbeitskraft Anderer bedienen, hinzu zu rechnen sind, ändert dies nichts daran, dass das Privateigentum an den Produktionsmitteln die notwendige Grundlage für die Existenz des Kapitals ist.

Intern ist das Kapital entsprechend der Marktrelevanz seiner Akteure streng hierarchisch gegliedert; die Grundentscheidungen seines Handelns fallen an den Spitzen der marktbeherrschenden transnationalen Großkonzerne. Aufgrund des systembedingten Zwangs zur Profitmaximierung ist das Kapital ständig bestrebt, den Preis der Arbeitskraft so weit wie möglich zu minimieren, also in einem Rahmen zu halten, der es dem Proletariat gerade noch so ermöglicht, wenigstens die eigene Arbeitskraft zu erhalten. Das beständige Streben in diesem grundsätzlichen Konflikt zwischen Kapital und Arbeit um jeden Preis die Oberhand zu behalten, bestimmt somit primär das Handeln des Kapitals.

Dabei bedient es sich verschiedenster gekaufter Helfer als Manager zur Verwaltung seiner Ressourcen und Produktionsprozesse, sowie als Politiker zur politischen Steuerung der von ihm beherrschten Staaten.

In Folge der aus der ständig voranschreitenden Kapitalakkumulation resultierenden Konzentration und Internationalisierung bedarf das Kapital für die Aufrechterhaltung seiner Expansion systembedingt ständig neuer Rohstoffe und Märkte. Zur Durchsetzung dieser existenziellen Interessen ist dem Kapital ebenso wie zur Aufrechterhaltung der Versklavung des Proletariats jedes Mittel recht, beginnend mit einfachem Betrug bis hin zur brutalsten Gewalt.

Vom Klassengegner zum Klassenfeind

Seit der Etablierung kapitalistischer Produktionsbedingungen kann deshalb jede kriegerische Auseinandersetzung den unmittelbaren Expansionsbestrebungen der verschiedensten beteiligten Kapitalgruppen zugerechnet werden, zumal auch allein die kriegsbedingte Produktion von Rüstungsgütern als solche erhebliche, verlockende Zusatzprofite verspricht.

In den nunmehr über 150 Jahren der Geschichte der Arbeiterbewegung hat das Kapital auf diese Weise bereits vielfach sein zerstörerisches und menschenverachtendes Potential unter Beweis gestellt, weshalb es völlig zu Recht nicht nur als Klassengegner sondern als Klassenfeind bezeichnet werden muss.

Die Verbrechen des Klassenfeinds

Nach den beiden vom internationalen Klassenfeind inszenierten Weltkriegen einschließlich der grenzenlosen Mordexzesse des deutschen Faschismus wurde die weitere Ausdehnung der Einflusssphäre des Klassenfeinds aufgrund dessen damaliger Niederlage gegen die Sowjetunion im zweiten Weltkrieg empfindlich unterbrochen. Wenngleich dies nichts an der Absicht des Klassenfeinds, die Sowjetunion und damit den Sozialismus endgültig vom Erdboden zu vertilgen, änderte, zwang ihm dies jedoch einen grundsätzlichen Strategiewechsel auf.

Die aus dem zweiten Weltkrieg sowohl militärisch als auch wirtschaftlich gestärkten, ohnedies vom Klassenfeind beherrschten USA übernahmen nun offiziell die Führungsrolle in diesem internationalen Klassenkampf, der seither nach aussen militärisch durch Stellvertreterkriege und auf wirtschaftlicher Ebene durch militärische Totrüstung der UDSSR, nach innen aber mittels der medialen Verbreitung eines militanten Antikommunismus und staatlicher Repression geführt wurde. Als Beispiel für letztere in der BRD sei hier auf die politische Verfolgung der Kommunisten nach dem KPD-Verbot von 1956 und die gegen alle Systemkritiker seit den 70er Jahren bis heute ausgeübte Praxis der Berufsverbote verwiesen.

Einbezogen in diese Strategie wurden gleich nach der Befreiung Deutschlands vom deutschen Faschismus ab dem 08.05.1945 die westlichen deutschen Besatzungszonen, die nach der zu diesem Zweck bewußt provozierten Teilung Deutschlands als Teilstaat Bundesrepublik Deutschland aufgebaut und hierbei oekonomisch massiv unterstützt wurden. Zweck war die gezielte Destabilisierung der damaligen, so genannten Ostblockstaaten durch die ständige zur Schaustellung eines angeblich sozialen Modells des Kapitalismus, der auch heute noch als "soziale Marktwirtschaft" bezeichnet wird und in Wirklichkeit ein materialisiertes, ideologisches Kunstprodukt zu Propagandazwecken war. Die BRD war hierfür nicht nur aufgrund Ihrer exponierten Lage an der Grenze zu diesen Staaten prädestiniert, sondern vor allem auch aufgrund des durch den deutschen Faschismus nachhaltig geprägten antikommunistischen Bewußtseins breiter Bevölkerungsteile.

So formte sich der Klassenfeind die BRD gleichsam als internationalen Handelsvertreter für die schillernde Heilsbotschaft eines angeblich fortschrittsverbundenen, demokratischen und sozialen Kapitalismus, während er die USA zur faktischen aussenpolitschen Erbin des deutschen Faschismus und damit zur offiziellen Triebkraft seiner imperialistischen Bestrebungen auserkor. Somit verging dann auch seit dem Ende des zweiten Weltkriegs kaum ein Jahr, in dem die USA nicht in Erfüllung dieser ihr gesetzten Aufgabe weltweit in verschiedensten Ländern Krieg geführt oder in anderer Weise militärisch interveniert hätten ( US Interventionen von 1945 bis zur Gegenwart, ein kleiner Ausschnitt, von William Blum )

In Folge der dadurch weltweit vorherrschenden, mörderischen kapitalistischen Wirtschaftsordnung des Klassenfeinds verhungern derzeit auf dieser Welt jährlich 30 Millionen Menschen, weit mehr, nämlich hunderte Millionen jährlich, sterben an den auf schwere Unterernährung zurückzuführenden Folgen von Krankheiten und Epidemien sowie Mangelerscheinungen. Dies ist die grausame Realität, obwohl die jährlich weltweit produzierten Nahrungsmittel für die Ernährung von über 12 Milliarden Menschen ausreichen würden ( g26.ch info: Wie kommt der Hunger in die Welt? ) und damit problemlos für die gesamte Weltbevölkerung von derzeit knapp 7 Milliarden Menschen !

Nachdem das westdeutsche Proletariat im Rahmen dieser Gesamtstrategie zunächst materiell regelrecht verwöhnt und damit bei der Stange gehalten worden war, fand dies mit der erfolgreichen Zerschlagung der realsozialistischen Staaten in Folge der konsequenten Totrüstung der UDSSR im Jahr 1989 sein allmähliches Ende. Dem so genannten Einheitskanzler Kohl blieb es zwar noch vorbehalten, die zum Zeitpunkt der Wiedervereinigung Deutschlands herrschenden, wirtschaftlichen Rahmenbedingungen leidlich beizubehalten, jedoch musste in dieser Zeit die Bevölkerung der früheren DDR auch noch in der Hoffnung auf die von Kohl versprochenen "blühenden Landschaften" und bei Laune gehalten werden, um die gleichzeitig mittels der Treuhandanstalt stringent durchgezogene Ausplünderung der ehemaligen DDR und damit deren wirtschaftliche Annektion relativ reibungslos vollziehen zu können. Folgerichtig fand nach deren Abschluss die Schonzeit für das nun gesamtdeutsche Proletariat ein jähes Ende.

Klassenkampf von oben bis um Äußersten

Kaum war diese Phase des "Zusammenwachsens" nämlich abgeschlossen, begann der Klassenfeind auch in Deutschland mit dem konsequenten neoliberalen Umbau der Gesellschaft. Seither führt der Klassenfeind einen kompromisslosen Klassenkampf von oben gegen das Proletariat. Da dies gegen die damals noch verwöhnten Gewerkschaften unter einer offen "bürgerlichen Regierung" kaum reibungslos möglich gewesen wäre, durften nun die deutschen Sozialdemokraten wieder einmal als willige Kraft für's etwas Gröbere herhalten. Jetzt ging es zwar nicht um Mord und Totschlag wie 1918/1919 bei der Niederschlagung der Novemberrevolution und der Ermordung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg. Dieses Mal stand aber die durch Täuschung und Verrat zu bewirkende Zerstörung des "Sozialstaats", also das Schleifen der vom Proletariat in unzähligen Schlachten und unter erheblichen Opfern erkämpften Rechtspositionen und damit dessen Lebensstandards auf dem Programm.

Gemeinsam mit den GRUENEN machten sich die Sozialdemokraten auch gleich ans Werk. Die Folge war neben massiven Steuergeschenken an den Klassenfeind und der Ermöglichung eines verschärften Lohndumpings mittels der weitestgehenden Legalisierung der Leiharbeit sowie der privaten Arbeitsvermittlung und der Einführung der Hartz-Gesetze die militärische Verstrickung Deutschlands in die imperialistischen Raubkriege der USA und eine damit einhergehende, stetig zunehmende Militarisierung und Faschisierung der Gesellschaft.

Derzeit begnügt sich der Klassenfeind in Deutschland noch damit, sich mittels seiner Medienmacht und Korruption durchzusetzen. Solange es ihm noch gelingt, seine politischen Ziele durch gezielte Parteispenden sowie die üppige Versorgung ihm gefällig gewesener Politiker mit hoch dotierten Positionen in der Wirtschaft zu verwirklichen und die Bevölkerung mittels der Dauerberieselung aus den in seiner Verfügungsgewalt stehenden Medien im allgemeinen Irrglauben zu halten, sie lebe im einzig- und bestmöglichen aller Wirtschaftssysteme, besteht für ihn kein Anlass, die derzeitige politische Fassade einer Demokratie fallen zu lassen. Wenn auch eine klare Bevölkerungsmehrheit die Beteiligung Deutschlands an den imperialistischen Raubkriegen des Klassenfeinds im Irak und Afghanistan eindeutig ablehnt, so hat sich in dieser Mehrheit bis jetzt aber noch nicht die Erkenntnis durchgesetzt, dass eine solche, aggressive Kriegspolitik ebenso die unvermeidbare und direkte Folge einer kapitalistischen Wirtschaftsordnung ist, wie die zunehmende Verelendung breiter Bevölkerungsteile.

Sollte sich diese Bewußtseinslage jedoch ändern und damit eine solche Verschiebung der politischen Mehrheitsverhältnisse bewirken, dass der Klassenfeind sich in seiner Herrschaft über Deutschland bedroht sieht, wird er, wie schon einmal im Jahr 1933, keine Sekunde zögern und versuchen, hier wieder eine offen faschistische Diktatur zu installieren.

Nie wieder Faschismus !

Nie wieder Krieg !
Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden;
20 Prozent, es wird lebhaft;
50 Prozent, positiv waghalsig;
für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß;
300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens.
( Thomas Joseph Dunning. zitiert von Karl Marx in Das Kapital, Band I. MEW 23, S. 788, Fn. 250 )

Ostermarsch 2010 in Stuttgart

1999, Beograd brennt
"für die Menschenrechte"
Jetzt für alle
gutgläubigen
Bundesbürger:
..und Tschüß
NSA..
Danke